2 Fotos – eine Herausforderung – die Fotobearbeitungschallenge von reisen-fotografie.de hat mich neugierig gemacht und aus diesem Grund wurden die angebotenen RAW Daten gleich herunter geladen. Es geht hierbei um 2 Fotos, die jeweils Sonnenuntergänge auf einem See zeigen, aber noch nicht spektakulär genug sind. Aus diesem Grund soll man in der Fotochallenge die RAW Daten der Kamera herunterladen. Anschließend das Bild bearbeiten und das in Szene gesetzte Bild zum Beispiel auf seinem Blog präsentieren. Genau dies habe ich getan und will dabei auch zeigen wie ich es mit einer tollen und vor allem kostenlosen Software entwickelt habe.

Darktable

Da sich nicht jeder teure Fotobearbeitungssoftware leisten kann, zeige ich euch in diesem Beitrag wie man diese Bilder mit der kostenlosen Software darktable einfach und schnell entwickeln kann. Darktable ist eine Software, welche ungefähr die gleichen Möglichkeiten der Bildentwicklung bietet, wie Adobe Photoshop Lightroom. Man importiert in darktable zuerst das gewünschte Bild oder den Ordner im RAW Datenformat. Anschließend wechselt man vom Leuchttisch in die Dunkelkammer. Denn der Leuchttisch dient nur zum Importieren und Exportieren, sowie zum Taggen und Verwalten der Fotos.

Workflow 1

In der Dunkelkammer gehts dann los und man kann sein Bild bearbeiten. Standardmäßig werden bei darktable drei Vorgänge auf RAW Dateien automatisch ausgeführt. Dabei handelt es sich um die Vorgänge Schärfen – Drehung – Basiskurve. Anschließend kann man loslegen und die Aufnahme nach Lust und Laune entwickeln. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen man muss probieren und sich dann entscheiden ob es passt. In der linke Spalte sieht man den Verlauf der angewandten Vorgänge. Durch klicken auf den vorherigen Schritt kann man jederzeit bereits ausgeführte Vorgänge wieder rückgängig machen.

Auf dieses Bild habe ich folgende Vorgänge angewandt, um aus dem linken Foto (original) das rechte Foto entstehen zu lassen.

  • Belichtung
  • Weißabgleich
  • Farbkurve
  • Fülllicht
  • Farbkontrast
  • Lebendigkeit
  • Schärfen
  • Equalizer
  • Überstrahlung
  • Belichtung
  • Entrastern
  • Spitzlicht-Rekonstruktion
  • Schatten und Spitzlichter
  • Kontrast Helligkeit Sättigung

Mit der Belichtung habe ich das Foto etwas dunkler gemacht, damit die hellen Bereiche mehr zur Geltung kommen. Mit der Farbkurve und der Lebendigkeit habe ich das rosa am Himmel verstärkt und lebendiger gemacht. Um dieses zu erreichen wurde mit Hilfe des Farbkontrast der Himmel rosa gefärbt. Die Blätter der Bäume habe ich mit Schärfen und Kontrast noch etwas schärfer gemacht. Um eine genaue Vorstellung zu bekommen, was ich mit welcher Funktion gemacht habe, empfehle ich euch das Video anzuschauen. Es zeigt in kurzer, aber beeindruckender weise wie sich das Bild mit Hilfe der Vorgänge verändert.

Nach der Anwendung auf das Foto entstand dieser besondere Sonnenuntergang. Mit dem Schieberegler könnt ihr zwischen dem Vorher und Nachher einfach wechseln.

Eine Übersicht über die verwendeten Workflows findet ihr in dem folgenden Bild:

Darktable Workflow - Sonnenuntergänge

Darktable Workflow 1 – Sonnenuntergänge

Workflow 2

Am zweiten Sonnenuntergang habe ich etwas mehr die Sonne und die Wolken hervorheben wollen. Dabei wurde der folgende Workflow angewandt, der neben dem Standard auch die speziellen Effekte umfasst:

  • Belichtung
  • Schatten und Spitzlichter
  • Farbkurve
  • Kanalmixer
  • Belichtung
  • Farbkontrast
  • Farbkorrektur
  • Lebendigkeit
  • Überstrahlung
  • Verlaufsfilter
  • Farbkontrast
  • Farbbalance
  • Schärfen
  • Belichtung

Im unten stehenden Video seht ihr wieder eine Übersicht über die verwendeten Workflows. Besonders hervorheben möchte ich die Effekte und Filter, die das Foto so besonders entwickeln. Dazu gehört die Anpassung der Farbkurve.  Mit dieser werden bestimmte Farben stärker hervorgehoben als andere. Weiters wurde auch hier das Bild dunkler gemacht um den Sonnenuntergang besser darstellen zu können. Dies erfolgte mit Hilfe der Belichtung. Die Überstrahlung lässt die Sonne im Hintergrund etwas heller und strahlender auf den Betrachter wirken. Mit Hilfe von Schärfen wurde das Bild am Ende noch nach geschärft.

Durch Verwendung des Schiebereglers kann man das Bild im vorher und nachher Modus betrachten. Man kann sich dadurch sehr schön die Unterschiede, welche die Entwicklung erreicht hat ansehen.

Darktable Workflow 2 - Sonnenuntergänge

Darktable Workflow 2

 

Fazit

Man sieht wie schnell und einfach man aus einem nicht so spektakulären Foto eine wirklich tolle Aufnahme entwickeln kann. Aus den beiden eher fad wirkenden Fotos, die zur Verfügung gestellt wurden, habe ich fantastische Sonnenuntergänge gezaubert. Falls ich euch nun inspiriert habe und ihr auch an der Fotochallenge von reisen-fotografie.de teilnehmen möchtet, dann einfach auf diesen Link klicken und los geht’s. Ihr könnt euch einfach mit den von mir verwendeten Workflows beliebig auf den Fotos austoben und eventuell noch bessere und schönere Aufnahmen daraus machen.

Clemens Bauer ist Gründer des Blogs FoBo.at. Er ist ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und macht gerne Fotos von Landschaften, Gebäuden und Tieren.

9 comments

  1. Antworten

    Moin Clemens,

    Danke für Deinen tollen Beitrag unserer Challenge. Die Idee den Workflow als Video darzustellen ist klasse. Aber noch mehr interessiert mich die Frage, wie bekommst Du diesen Vorher-/Nachher-Vergleih mit dem Schieberegler hin? Ist das ein PlugIn?

    Kannst Du mir noch die beiden fertigen Bilder per Mail zusenden, dann baue ich die mit in die Zusammenfassung ein.

    LG Thomas

  2. Antworten

    Nach dem Plugin wollte ich auch gerade fragen!
    Vielen Dank und danke für den Tipp mit darktable, das kannte ich bisher noch gar nicht. Wobei ich eh schon viel zu tief im Adobe-Sumpf stecke, um jetzt noch zu wechseln.

    Viele Grüße
    Marc

  3. Antworten

    Hey Clemens, „darktable“ war mir bis eben noch gar kein Begriff, liegt wahrscheinlich daran dass ich seit Jahren auf Adobe setze, irgendwann schaut man nicht mehr über den Tellerrand 😉

    Sehr konstruktive Bearbeitung und toll erklärt, ich denke das Programm ist ein sehr guter Einstieg in die Digitalfotografie!

    Grüße aus Hameln
    Micha

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