Viele Fotos von der gleichen Umgebung neben einander hingelegt ergeben ein breites Foto, welches viel mehr von der Landschaft zeigt und das nennt man Panoramafoto. In der Zeit der analogen Fotografie war die Erstellung von Panoramafotos noch etwas schwieriger. Heute geht das sehr einfach, unkompliziert und vorallem sehr schnell. Dennoch muss man 3 Dinge besonders beachten, um ein gutes Panoramafoto erstellen zu können.

Aufnahmen

Schon bei der Aufnahme sollte man sich im Klaren sein, welches Motiv man als Panorama abbilden möchte. Es eignet sich sicherlich nicht jedes Motiv, um daraus ein gutes Panoramafoto zu erstellen.

Welche Motive eignen sich grundsätzlich für ein Panorama?

Die Frage ist relativ einfach beantwortet, denn für eine Panoramaaufnahme kann jedes Motiv verwendet werden, welches langgezogen gut aussehen wird. Das sind zum Beispiel Aufnahmen von Städten oder Landschaften, Seeregionen oder ein Rundumblick von einer Aussichtswarte. Ungeeignet hingegen erscheinen Straßenabschnitte, die keine weiträumigen Flächen haben, denn schließlich möchte man ein Panorama und keinen Straßenabschnitt erhalten.

Ablichten des Panoramas

Es gibt zwei Möglichkeiten die Bilder für das spätere Panorama abzulichten. Möglichkeit eins, wenn es sich um eine Kurzbelichtung handelt, kann man dies aus dem Stand heraus versuchen. Meist geht dies recht gut für 2-3 Bilder. Allerdings empfehle ich immer die Möglichkeit zwei in betracht zu ziehen und die Kamera entweder aufzulegen oder noch besser auf einem Stativ (wer noch keines hat, hier gibt es gute und günstige Stative) zu verwenden. Dies verbessert den Halt, vermeidet Wackler und man nimmt immer aus der selben Position auf. Dadurch ist es auch möglich ein sogenanntes 360° Foto abzubilden. Als nächstes muss man sich überlegen, welches Panorama man möchte und wo man startet. Dann beginnt man die Kamera entsprechend einzustellen, zu postionieren und die Fotos der Reihe nach aufzunehmen. Man muss dabei immer darauf achten, dass sich mindestens 30% des vorherigen Fotos mit dem nächsten überlappen. Ansonsten kann die Software möglicherweise keine oder zu wenig Übereinstimmungspunkte finden.

Software

Es gibt sicherlich viele Softwarepakete mit denen man Panoramaaufnahmen umsetzten kann. Doch ich empfehle euch Hugin. Der Gründe sind schnell erklärt: Die Software ist einfach zu bedienen, sie läuft auf Windows, Linux und Mac und sie ist auch noch kostenlos erhältlich. Trotzdem ermöglicht Hugin eine ausgezeichnete Bearbeitung und liefert sehr gute Ergebnisse.

Bilder laden

Als ersten Schritt klickt man auf den Button „Bilder laden“. Danach erscheint ein Fenster in dem man die Bilder auswählt, die zu einem Panorama zusammengefügt werden sollen. Hugin lädt dann die Bilder und zeigt diese auch an. Im linken Teil sieht man diese auf einer Weltkugel dargestellt. Diese hilft für die Ausrichtung der Bilder auf den Achsen.

Bilder laden

Bilder in Hugin importieren

Bilder ausrichten

Als nächstes muss man nun die Bilder ausrichten lassen. Dies passiert einfach und automatisch, in dem man auf den Button „Ausrichten“ klickt. Zusätzlich kann man vorher noch einstellen welche Art von Objektiv man nutzen möchte bzw. benutzt hat. So kann man auch Fisheye Fotos erstellen oder eben coole 360° Panoramen.

Ausrichten

Bevor man die Fotos automatisch ausrichten lassen kann, sollte man noch das Objektiv auswählen.

In den Tabs „Bewegen/Ziehen“ und „Beschnitt“ kann man das optimale Ergebnis für das Panorama Foto einstellen und es auch dementsprechend zuschneiden. Diese Werkzeuge sind hilfreich, da man so die Meiste Fläche aus dem Bild rausholen kann.

 

Panoramafotos erstellen

Sobald man alles eingestellt und angepasst hat, klickt man auf „Erstellen des Panoramas“. Man wählt dann die Größe und das Format des Panoramas aus. Anschließend speichert man das Projekt und gibt einen Ort an, wo das fertige Panorama abgelegt werden soll. Hugin erledigt den Rest und erstellt das Panormafoto.

Panorama Einstellungen

Einstellungen für das Panorama auswählen und speichern.

Mit dem Stapelvearbeitungseditor hat man immer Überblick, ob ein Projekt schon fertig , fehlgeschlagen oder noch in Erstellung ist.

Stapelverarbeitung

Übersicht über laufende oder fertiggestellte Jobs.

Panoramafotos – Ergebnis

Hugin generiert viele verschiedene Dateien, doch jene, die Bild1-Bild10.jpg oder .png oder .tiff (je nach gewähltem Format) heißt, ist dein Resultat. Mein Tipp an dieser Stelle, wenn das Ergebnis gefällt, dann sollte man sie umbenennen und woanders abspeichern. Die Erstellung ging im Handumdrehen und auch die Aufnahme dauerte nicht zulange und macht riesigen Spaß.

Horizontales Panorama

Hierbei wurden einige Bilder übereinander gelegt. Also von unten nach oben.

Vertikales Panorama

In diesem Foto wurden 10 Bilder an einander gereiht und zu einem Panoramafoto zusammengefügt.

 

Zusammenfassung

Tipp 1: Das richtige Motiv mit einem Stativ aufnehmen.

Tipp 2: Fotos mit ca. 30% Überlappung aufnehmen.

Tipp 3: Die richtige Software verwenden: Hugin.

Clemens Bauer ist Gründer des Blogs FoBo.at. Er ist ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und macht gerne Fotos von Landschaften, Gebäuden und Tieren.

6 comments

  1. Antworten

    Hab deinen Post gleich mal auf Twitter geteilt, denn ich finde, dass Panoramas viel zu wenig Beachtung erhalten… und wenn ich ehrlich bin, sieht das bei mir bisher nicht besser aus. Demnächst nehme ich das aber mit deinen Tipps mal in Angriff!

    Liebe Grüße

    • Antworten

      Hallo Tabea,

      es freut mich, dass dich mein Artikel inspiriert hat und Danke fürs Teilen. Ich möchte in Zukunft öfters Panorama in meine Themen einbauen, weil ich glaube man kann mit Panoramafotos viel machen.

      lg clemens

  2. Antworten

    Danke für Deinen Beitrag! Einen kleinen Tipp möchte ich noch aus meiner eigenen Erfahrunge hier vorstellen. Wenn man eben gerade mal kein Stativ für eine Panoramaaufnahme dabei hat, kann man seine Kamera auf die Spitze des Daumens stellen, und mit der anderen Hand die Kamera dabei drehen und auslösen. Das klingt erstmal komisch, hat aber einen einfachen Grund: Der sog. Nodalpunkt.

    Wenn ihr die Kamera ganz normal auf dem Stativ habt, dreht sich die Kamera um das Stativgewinde unten im Body, das ist quasi eure Drehachse. Leider ist diese Achse aber nicht der optimale Drehpunkt! Beim Zusammensetzen der einzelnen Bilder entstehen so verzerrungen. Besser wäre es die Kamera eben um diesen Nodalpunkt zu drehen, dieser ist immer etwas weiter vorne, also irgendwo am Objektiv und genau Dort sollte jetzt euer Daumen liegen. Probiert es einfach mal aus, die Verzerrungen werden deutlich geringer ausfallen.

    Ihr könnt diesen Nodalpunkt übrigens auch selbst schnell finden. Sucht euch zwei Dinge die hintereinander stehen und schaut durch den Sucher. Wenn ihr jetzt die Kamera dreht, werden beide Gegenstände sich verschieben, also nicht die ideale Achse. Dreht jetzt die Kamera z.B. über einen gedachten Punkt im Objektiv. Bleiben beide Gegenstände schön hintereinander, habt ihr den Nodalpunkt gefunden. Da einfach mit Edding ne Markierung machen.

    Das gleiche gilt übrigens auch für Panos auf dem Stativ. Optimal wäre ein sog. Nodaladapter, bei dem Ihr die Achse der Kamera verschieben könnt. Keine Sorge, braucht man nicht unbedingt, aber die Bilder werden einen Tick besser 🙂

  3. Antworten

    Hi,

    ich stehe ja selbst noch gaaaaaanz am Anfang mit der Fotografie, bisher besitze ich gerade mal eine einfache Kamera und weder eine gute Bearbeitunssoftware noch ein Stativ, aber das mit den Panoramafotos merke ich mir mal, das könnte ich eventuell hinbekommen, das umzusetzen, ich hätte da vielleicht sogar schon 1-3 Motivideen.
    Danke für die Anregung.

    • Antworten

      Hallo Dirk,
      es freut mich, dass ich dich inspiriert habe und du auch auf den Panoramafotozug aufpringst.

      lg clemens
      P.S.: Ich hoffe schon bald einige deiner Werke bewundern zu dürfen.

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