Als die ersten Frühlingssonnenstrahlen den Himmel über den Dächern von Graz zierten, genoss ich, einen meines Erachtens völlig überteuerten, aber dennoch himmlisch schmeckenden Cappuccino auf der für mich anderen Seite der Mur.

Die Menschen an den Nachbarstischen unterhielten sich über Gott und die Welt, große sowie kleine Hunde führten ihre Besitzer durch den sich vor mir erstreckenden Park und die Jogger traten eifrig ihre Runden vor dem sonntäglichen Mittagsbraten an. Ich jedoch saß lediglich still da, nippte an meiner wohltuenden Energiequelle, beobachtete die Leute um mich und lies meine Haut von den warmen Sonnenstrahlen liebkosen. Die Zeit stand irgendwie, also zumindest für mich, bestimmt nicht für diejenigen, die eifrig mit ihren Gegenübern diskutierten oder ihr Frühstücksei genossen, einen kurzen Moment lang still. Ich blendete alles um mich herum aus, bezahlte mein Getränk, erhob mich wie in Trance und suchte mir eine Parkbank.

Ich starrte vor mich hin. Überall trieben sich die Grazer und Grazerinnen, also kurz die „Städler“, durch die herrliche Frühlingsoase des Hilmteichs. Wenig beeindruckend von ihren zahlreichen jungen und alten Beobachtern zeigten sich die Enten. Nicht nur bei den Paaren, die entweder auf den Parkbänken sich frisch verliebt ansahen oder Hand in Hand sparzierten, brachen die typischen Frühlingsgefühle aus. Dieses Erwachen aus dem eisigen Winter spiegelte sich auch bei den Watschelbeinern wieder. Meine Eindrücke zum Verhalten der schwimmenden Zweibeiner und zum Frühlingserwachen rund um den Hilmteich findet ihr in der Galerie am Ende der Seite.

Als ich mich dann gemütlich auf den Heimweg zu meinem Murufer machen wollte, querte ein kleiner glitschiger Genosse meinen Weg. Erst nach genauem hinsehen, erblickte ich seinen Artgenossen auf seinem Rücken. Der Kreis der Menschen, die ihn umzingelten, brachte den Vierbeiner auf seinem Weg ins kühle Nass, nicht in Eile. Er faszinierte mich, die Ruhe und die Gleichgültigkeit gegenüber jener, die versuchten ihn zu stressen, schien ihn nicht aus seiner Ruhe zu bringen. Auch eine weißhaarige Frau, die den kleinen glitschigen Kerl mit ihrem Gehstock zärtlich in die richtige Richtung stieß, konnte nichts an seinen ruhigen Bewegungen ändern. Meine Impressionen zu der Begegnung mit einer Kröte und seinem kleinen Freund findet ihr in der Galerie.

Nach vielen Beobachtungen, reichen Eindrücken, interessanten Diskussionen der anderen, herrlichen Düften von Frühlingsblumen kehrte ich endlich nach Hause und legte mich verträumt, von all dem, auf meine Couch.

Ich hoffe, dass meine Beschreibung zu herrlichen Frühlingsstunden und meine Bilder euch mit mir, wenn ich daran zurückdenke, eintauchen lässt in eine urbane Welt mitten in der Stadt.

von V.B.

Clemens Bauer ist Gründer des Blogs FoBo.at. Er ist ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und macht gerne Fotos von Landschaften, Gebäuden und Tieren.

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